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Beitrag gesendet am 09.08.2004 von Ernst Frieden
 
Re: Kritik

Langnau a/A, den 9. August 2004

Sehr geehrter Herr Süssner.

Besten Dank für ihren sehr ausführlichen und interessanten Kommentar.
Hier nun meine Antwort:


Loyalität:
Wie loyal die Bevölkerung in einer Krise dieses Ausmasses hinter der Regierung steht, ist offen. Sie könnte ja durchaus soweit gehen, dass sie einfach nicht kämpfen will. In diesem Fall kann man ruhig in den Urlaub fahren und abwarten.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Bevölkerung so tatenlos daneben stehen wird. Ich nehme an, dass der Widerstand gegen einen Feind genug stark sein wird.
Sie sprechen die Ausländer an. Nun das sind rund 20% in der Schweiz. In Langnau sind es genau 20%. Ich habe auch sie in die Berechnungen einbezogen, weil man ja nie sagen kann, wie es einmal sein könnte. Nehmen wir an, sie werden die Schweiz in so einer Krise verlassen, ist das eher eine positive Entwicklung. In so einer Situation ist anzunehmen, dass die Wirtschaft nicht mehr läuft und die Arbeitslosigkeit steigen wird. Viele Ausländer, 1. und 2. Generation, machen bei uns die Drecksarbeit auf dem Bau und im Dienstleistungssektor. Das sind auch die ersten, die in einer Krise leiden und von den Firmen entlassen werden. Wenn diese Ausländer nun ihre Sachen Packen und in ihre Heimatländer ausreisen, entlastet uns das sehr. Wir müssen weniger Leute unterstützen und unsere Ressourcen, die ohnehin im Krisenfall begrenzt sind, können besser bewirtschaftet werden.
Die Schweizer die sich absetzen wollen, haben nur eine Möglichkeit, das Ausland. Fragt sich, ob sie dort willkommen sind. Zudem, wer lässt schon Hab und Gut zurück, ohne zu wissen, ob er es jemals wieder bekommt, wenn er in die Schweiz zurückkehren wird. Glaube kaum, dass diese Eidgenossen, die einmal abgehauen sind jemals wieder in der Schweiz willkommen sind. In der Schweiz sind etwa 30% der Bevölkerung Haus und Grundeigentümer. Der Rest ist Mieter oder kein Eigentümer von Grund und Boden. Auch diese Nichteigentümer haben etwas zu verlieren. Darum bezweifle ich, ob es viele vorziehen, abzuhauen. Der Staat hat auch die Möglichkeit mit gesetzlichen Massnahmen diese Fahnenflüchtigen etwas schlechter zu stellen. Es gibt da sicher einige Möglichkeiten wie man sich einem solchen Problem widmen will. Fragt sich nur, ob es schlussendlich auch gewünscht wird.
Mein Personalbestand kann eine Reduktion von 20% locker verkraften.
Dass es unter Umständen viele gibt, die einfach abwarten wie sich die Lage entwickelt und erst bei einigermassen klaren Verhältnissen Position beziehen, ist anzunehmen. Auch ist zu erwarten, dass es viele gibt, die mit dem Feind zusammenarbeiten werden. Das ist aber als Vorteil zu sehen. Auch Mitglieder der Widerstandsarmee werden in so einem Fall für den Feind arbeiten und im günstigen Fall mitten drin zuschlagen. Kollaborateure sind willkommene Türöffner und das muss man ausnutzen.
Die Widerstandsarmee kann auch gegen einzelne Verräter oder ganze Gruppen mit Waffen vorgehen. Richtladungen funktionieren auch gegen abtrünnige und Kollaborateure.

Ein Beispiel aus den besetzten Gebieten der Palästinenser. Der Israelische Geheimdienst ist sehr erfolgreich im Aufspüren von Palästinensischen Befreiungskämpfern. Ein Grund unter vielen ist: Rivalisierende Gruppen geben dem Israelischen Geheimdienst Tipps, wer was eventuell plant, wer wo Mitglied ist und so weiter. Dort machen dann die Juden die Drecksarbeit für die untereinander rivalisierenden Palästinenser.
Wir können das hier genauso gut. Am Ende kann der Gegner niemandem mehr vertrauen. Allerbestes Beispiel Irak. Dort ist eine Regierung von den Amerikaner eingesetzt worden, die nicht sehr erfolgreich das Land anführt.
Wie eine Besatzungsmacht unter leichtem Feuer, der Irakische Widerstand bringt es vielleicht auf 20 Angriffe pro Tag, reagiert, erstaunt doch sehr. Die Amerikaner sind überhaupt nicht imstande, das Land so zu besetzen, dass sie es auch kontrollieren können. Sie sind isoliert in ihren grossen Camps ausserhalb der Städte und gehen höchstens auf Patrouillenfahrt. Mit dem Ergebnis, dass sie dabei immer wieder in Hinterhalte geraten und schmerzliche Verluste hinnehmen müssen.
Was glauben sie, wie es bei einer Besetzung der Schweiz, mit meinem Konzept aussehen würde?


Führung:
In meinem Konzept schlage ich vor, dass keine Führungsstruktur aufgebaut wird.
Ich will vermeiden, dass schon in einem Frühstadium, bevor eine Krise im Anzug ist, eine starre Führung etabliert wird. Das ist viel zu gefährlich für die Führenden. Sie können schon weit im Voraus eines Konfliktes lokalisiert und erkannt werden. Ist es dann soweit, braucht ein Gegner nicht einmal mehr die Hilfe der Kollaborateure, um die Führung zu fassen und die Widerstandsarmee zu neutralisieren.
Die Palästinenser erleben es am eigenen Leib, was es heisst, eine Führung zu exponieren. Die Israelis können je nach dem diese Führungsleute liquidieren und dann ist ausser grossen Worten, nicht viel zu hören von den Palästinensern.
Ich will mit meinem Konzept den Leuten im Dorf/Stadt die Möglichkeit geben, sich im Kriegsfall, im letzten Moment zu organisieren. Es ist mir absolut klar, dass eine Führung innert Kürze entsteht. Eine Führung im Widerstand muss geheim bleiben. Sie darf nicht schon im Frieden aufgestellt werden. Zudem muss sie lokal entstehen innerhalb von Leuten, die sich kennen und die auch mit den lokalen Verhältnissen vertraut sind.
Ob eine solche Führung ein ganzes Dorf führt oder nur eine Gruppe, ob sich innerhalb eines Dorfes mehrere Gruppen bilden und ihre eigene Führung bestimmen, alles ist möglich. Für mein Konzept braucht es keine Organisation, die zentral von oberster Stelle das hinterletzte Dorf unter Kontrolle hat.
Wie soll ein Gegner die Schweiz kontrollieren, wenn nicht einmal unser Generalstab die Führungskontrolle hat?


Zielsetzung des Feindes:
Ich stimme mit ihnen überein, dass der Angreifer genau weiss, was er erreichen will und auch einen Fahrplan dazu hat. Er wird auch die nötigen Mittel bereitstellen, um die Aktion in seinem Sinne abzuschliessen.
Mit der Armee XXI hat er sicher ein viel kleineres Problem, als mit der Armee XXI und meinem Konzept. Mein Konzept ist auf seine Schwächen ausgerichtet. Damit werde ich auch erfolgreich sein! Der Gegner hat zuwenig Truppen, um das ganze Land zu besetzen und einen Abwehrkampf zu führen, der zeitlich offen ist.
Wie sie schreiben, kann er versuchen möglichst schnell eine Marionettenregierung einzusetzen. Fragt sich, ob die auch den nötigen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Im weiteren dürfte diese Regierung nicht sehr alt werden. Die Mitglieder der Widerstandsarmee organisieren sich wie oben beschrieben selber. Eine Regierung, die vom Feind eingesetzt wird, dürfte wie ich schon vorher erwähnte, eine kurze Lebensdauer im wahrsten Sinne des Wortes haben. Das ist ein grosser Vorteil meines Konzeptes. Wir lassen uns nicht führen und entscheiden mit dem Wissen, das uns zur Verfügung steht. Das heisst, wir haben zum Teil nur lokal begrenzte Ressourcen, um Entscheidungen zu treffen, was für einen Gegner unter Umständen überhaupt nicht logisch oder verständlich ist. Das macht es einem Gegner auch nicht leichter, seine Entscheidungen zu treffen. Im Gegenteil, mit dem Wissen, dass sie jederzeit abgeschossen werden können, werden sich nicht viele Leute finden, die sich in Führungspositionen exponieren wollen.
Ob die Widerstandsarmee vom Gegner wirksam infiltriert wird, wage ich zu bezweifeln. Er wird sicher kleinere Erfolge erreichen, aber durch mein Konzept, in dem nur Leute zusammen kämpfen, die im gleichen Dorf/Stadt leben, oder die sich von irgendwoher kennen, ist eine Unterwanderung ziemlich schwierig.
Auch dürfte es schwierig sein Gruppen oder ganze Gruppierungen innerhalb eines Dorfes auszuheben. Verräter können Schaden anrichten. Sie dürften auch erkannt werden. Ich zweifle keinen Moment, dass die Widerstandsarmee geeignete Massnahmen ergreifen wird, um weiteren Verrat zu verhindern. Erkannte Verräter brauchen 24 Stunden Schutz für ihr Leben. Das kann der Gegner nicht bieten. In den Dörfern und den Städten hat es immer noch genügend Strassenlaternenstangen, um die Verräter der Bevölkerung zu zeigen. Einschüchterung kann nicht nur der Gegner betreiben, die Widerstandsarmee kann es viel besser. Wir leben hier, während der Gegner sich nach getaner Arbeit wieder in seine Garnison zurückzieht. Dann haben wir wieder die Kontrolle über die Dörfer und Städte.


Kriegführung:
Werden durch Richtladungen und Panzerfäuste gegnerische Fahrzeuge beschädigt oder zerstört, wird der Gegner nachsetzen und die Widerstandskämpfer angreifen und vernichten.
Das ist ein Stück Ablauf den ich mir genau so wünsche und auch vorstelle. Wenn er nachsetzt, muss ja jemand abhauen, den er verfolgen kann. Da ist aber niemand der abhaut. Er oder Sie lebt ja im Dorf. Er muss also das Dorf auseinander nehmen. Dazu muss er aus seiner Deckung heraus, aus seinen Fahrzeugen und dann ist er nicht mehr geschützt. Die Richtladung 96 leicht wie auch schwer, sind absolut ideale Waffen. Man denke nur an den Südlibanon. Die Israelis sind nach 18 Jahren absolut erfolglosem Kampf, Hals über Kopf abgehauen. Die Freiheitskämpfer der Hisbollah haben mit Richtsprengladungen sehr viele Fahrzeuge der IDF zerstört. Dabei sind mehrere hundert Israelis ums Leben gekommen. Der ganze Libanonkrieg forderte um die 680 Tote auf der Seite Israels. Da konnten die Israelis nachstossen so oft sie auch wollten. Der Erfolg war gleich Null. Die Hisbollah hatte etwa 1000 Kämpfer im Südlibanon, die dauernd unter Waffen waren. Die Widerstandsarmee der Schweiz hat 1'000'000 Männer und Frauen unter Waffen. Was für ein Verhältnis!
Dass es sehr blutig werden kann, nehme ich auch an. Nur in den Siedlungen ist der Gegner am verwundbarsten. Gegen Richtladungen hat ein Gegner sehr wenig Mittel. Zudem müsste er die Bevölkerung aus den Häusern vertreiben, um ein Dorf zu säubern. Damit schickt er die Widerstandsarmee auch aus dem Dorf. In einem solchen Chaos gibt es unzählige Möglichkeiten den Gegner anzugreifen und zu vernichten. Er kann auch Ausgangssperren verhängen. Etwas besseres kann uns gar nicht passieren. Da sitzt dann die Widerstandsarmee zuhause und wartet auf den Gegner. Ausgangssperren machen nur Sinn, wenn sie kontrolliert werden und dazu braucht es Truppen, die in die Dörfer hineinfahren. Die Widerstandsarmee ist genau in diesem Moment auf Vollbestand in ihrer besten Ausgangslage.
Auch die brutalste Repression gegen die Zivilbevölkerung hilft nicht. Man kann es in Tschetschenien und auch in Palästina verfolgen. Die Russen schlachten die Bevölkerung gnadenlos ab. In den Palästinensischen Gebieten versucht es die Israelische Armee mit SS Methoden den Widerstand der Befreiungskämpfer zu brechen. Es hilft nur kurzfristig. Sobald sich die Befreiungskämpfer neu organisiert haben, greifen sie wieder an.
Die Palästinenser bezahlen einen sehr hohen Preis. Sie sind sehr schlecht ausgerüstet und ausgebildet. Trotzdem haben sie in 4 Jahren Intifada 1000 Israelis ins Jenseits befördert. Rund 500 davon sind Militärpersonal. Die eigenen Verluste sind etwa 3500 Tote. Auch dieser fast aussichtslose Kampf zeigt Erfolge.

Israel kann die grossen Militärkosten auf Zeit nicht bezahlen. Man erwägt nun den Gazastreifen zu räumen. Im Westjordanland müssen trotz Mauer, weiterhin 10'000de von Soldaten und Offizieren Dienst leisten. Der Widerstand auf kleiner nicht sehr gut organisierter Ebene bedingt immer noch ein grosses Truppenaufgebot.
Auch diese Besetzung wird einmal aufgegeben werden. Die Kosten sind auf Dauer einfach nicht tragbar.
Im Fall Schweiz, wo alles vorbereitet werden könnte, die Waffen bereitgestellt in den unterirdischen Anlagen im Gebirge liegen, muss ein Gegner schon sehr wichtige Gründe haben, um sich in so ein Abenteuer zu stürzen.


Schlusswort:
Mein Konzept ist die Grundlage des Widerstandskampfes. Es darf nicht als ein absolut starres System angesehen werden. Es ist Anpassungen unterworfen. Jeden Tag werden neue Erfahrungen gesammelt und die daraus gezogenen Schlüsse zwingen die Widerstandsarmee das Konzept anzupassen und zu verbessern. Evolution pur. Man darf nie stehen bleiben, alles ist in Bewegung und nur der beste wird überleben. Eine Widerstandsarmee nach meinem Konzept ist viel beweglicher punkto Anpassung als ein schwerfälliger mechanisierter Gegner mit einer Armee in der das Verhältnis KAMPFTRUPPEN zu UNTERSTÜTZUNG UND LOGISTIK 1:10 ist. Die Widerstandsarmee besteht zu 100% aus Kämpfern!

Mit freundlichen Grüssen
Ernst Frieden


---
Sehr geehrter Herr Frieden,

mit Interesse habe ich Ihren Bericht des organisierten Chaos im modernen
Krieg gelesen. Grundsätzlich ist die Idee des Widerstandes durch die
Bevölkerung sehr zu begrüßen und ich stimme mit Ihnen in einigen Punkten
überein.
Leider halte ich Ihren Bericht auch etwas für zu blauäugig. Meiner Meinung
nach setzt er einige Punkte als gegeben voraus, die nicht unbedingt gegeben
sind, und er vergisst einige Punkte im Verhalten des Aggressors, die jedoch
vernichtend für die Widerstandsarmee sein werden.
So setzen Sie die uneingeschränkte Loyalität der schweizerischen Bevölkerung voraus, wovon nicht in vollem Umfang ausgegangen werden darf.
Auch in der Schweiz ist damit zu rechnen, daß viele Bürger in Krisenzeiten
zuerst an den eigenen Vorteil denken, mit dem Feind kooperieren und die
eigenen Leute ans Messer liefern. Hinzu kommen die minderbegabten, die der
Feind entweder mit Druck oder Täuschung für sich einspannen kann.
Nicht zu vergessen, daß nicht jeder zum Helden geboren ist und versuchen
wird sich solange wie möglich aus dem Konflikt heraus zu halten, oder gar
durch Flucht in einen Nachbarstaat sich seiner Pflichten entzieht.
Ebenso ist der hohe Ausländeranteil zu berücksichtigen, der entweder eigene
politische, oder religiöse Interessen vertritt und sich durch den Feind
gefördert sieht, oder dem das Schicksal der Schweiz doch wenig bedeutet, da
auch er zum großen Teil bereit ist den Kriegsschauplatz durch Flucht zu
verlassen. Somit sehe ich Ihren geplanten Bestand an Personal pro Dorf und
Stadt als stark reduziert.
Auch stimme ich nicht mit Ihnen überein, daß es keiner übergeordneten
Führung bedarf.
Sicher ist eine große Souveränität und Flexibilität der einzelnen
Aktionsgruppen Voraussetzung für den erfolgreichen Kampf von Einzelaktionen, jedoch kann mit Nadelstichaktionen der Feind nicht geworfen werden.
Schließlich setzen auch Sie eine geschlossene Feuer- und Aktionskraft
voraus, um einen schnellen Sieg zu erringen.
Eine koordinierende übergeordnete Führung ist deshalb notwendig um
entscheidende Aktionen zu starten, wenn der Feind geschwächt und
demoralisiert ist und der Sieg erreicht werden kann, denn NUR durch
Widerstand ist kein Sieg zu erringen. Es wird dem Gegner zwar unmöglich
gemacht zu siegen, selbst aber gewinnt man den Krieg ebenfalls nicht. Ebenso ist es ein Grundsatz des Widerstandes, daß der Kampf sich solange wie
möglich ausdehnt, damit der überlegene Feind seine Ressourcen verschleißt
und die Moral der Truppe zerfällt, sowie der Rückhalt der feindlichen Armee
durch seine eigene Bevölkerung schwindet.
Auch verhindert eine solche Führung die Entstehung von sogenannten
Warlords (siehe Afghanistan), die nach erfolgreichem Kampf nicht im Traum
daran denken die gewonnene Macht an irgendein politisches System abzugeben, welches ganz andere Interessen vertritt.
Auch unterschätzen Sie den Feind. Nach Ihren Darstellungen dringt ein nicht
ausreichend vorbereiteter Aggressor in die Schweiz ein, der eigentlich nicht
so recht weiß, was er hier soll und will.
Davon ist grundsätzlich nicht auszugehen.
Eher ist damit zu rechnen, daß er das Land schnellstmöglichst zu besetzen
sucht, eine neue Regierung installiert, jede Form des zivilen und
militärischen Widerstand stören, bekämpfen und vernichten wird.
Er wird versuchen die Bevölkerung, die ja den Schwerpunkt Ihrer
Widerstandsarmee darstellt, für sich zu gewinnen. Dies geschieht durch
Schmeicheleien, Täuschung und Druck. Es ist davon auszugehen, daß er hier
einige Erfolge erzielen wird. Die Schwächen einiger Mitglieder der
Bevölkerung habe ich Ihnen oben schon genannt. Ihre Widerstandsarmee muß ständig mit Infiltration und Verrat rechnen. Gegenseitiges Mißtrauen der
einzelnen Städte und Dörfer untereinander wird an Stelle der von Ihnen vorausgesetzten Loyalität treten.
Auch wird sich der Feind nicht so einfach durch Ihre geplanten Aktionen eine
blutige Nase holen und die Trupps einfach entwischen lassen. Er wird sie an
der Aktionsstelle zu binden, und durch angeforderte Unterstützung den
Widerstand zu zerschlagen suchen. Ebenso wird er sofort Nachsetzten,
verdächtige Dörfer und Städte durchsuchen und bei Verdacht des Terrorismus zerstören. Auch die Verwundetenbergung, die Sie als Hinderungsgrund
feindlicher Gegenwehr sehen, wird der Bekämpfung des schweizerischen
Widerstandes hinten anstehen müssen. Der Feind wird alle Aktionen als
Terrorakte sehen und damit seine rücksichtslosen und opferintensiven
Repressalien rechtfertigen.
Mit solchen Maßnahmen ist immer zu rechnen, wenn sich der Feind, wie Sie es fordern, ständig und überall bedroht fühlt.
Durch die von Ihnen vorausgesetzte bedingungslose Loyalität aller Schweizer
und die vermutete Dummheit des Feindes werden Sie mit Sicherheit einen
kurzen Kampf führen, jedoch wird der Sieger ein anderer als der von Ihnen
geplante sein.
Gerne lerne ich dazu und freue mich über eine Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Süßner

 

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© Ernst Frieden, Langnau am Albis, Juli 2003
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